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„Das Stadtbild und die Angst“ – Über Klassenverhältnisse, Rassismus und die politische Funktion von Ordnung

Die „Stadtbild“-Debatte ist kein Zufall. Sie ist Symptom eines politischen Projekts: Aus sozialer Unsicherheit wird kulturelle Angst gemacht. Aus Klassenfrage wird Herkunftsfrage. Der Bundeskanzler Friedrich Merz sagt, er spreche über „Menschen ohne Arbeit und Aufenthaltsrecht, die sich nicht an unsere Regeln halten“. Doch hinter dieser scheinbar nüchternen Beschreibung steht
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Spiritualität, Entfremdung und Verschwörungsglaube Ein Thesenpapier gegen verkürzte Ganzheit und regressiven Irrationalismus

EINLEITUNG In Zeiten multipler Krisen wächst das Bedürfnis nach Sinn, Halt und Ganzheit. Spirituelle Angebote – von Yoga bis Astrologie, von Heilritualen bis Human Design – scheinen Antworten zu liefern auf die zunehmende Vereinzelung, Leere und Verwirrung im neoliberalen Kapitalismus. Doch zugleich wächst ein beunruhigendes Phänomen: Die Nähe vieler spiritueller Milieus zu
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Ungleichheit messen reicht nicht Neun Thesen zu Branko Milanović und der verdrängten Klassenfrage

These 1 – Die zentrale Ungleichheit ist global organisiert Die entscheidende soziale Spaltung unserer Zeit verläuft nicht primär innerhalb der Nationalstaaten, sondern zwischen ihnen. Der Geburtsort bestimmt Lebenschancen stärker als individuelle Leistung. Nationalstaaten fungieren als Ungleichheitsfilter. Diese Einsicht zerstört nationale Gerechtigkeitsmythen und zwingt jede kritische Analyse, global zu denken. These 2
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Sicherheit, Staat und Kapital Der US-Verteidigungshaushalt 2026 als ideologische Form

Der US-Verteidigungshaushalt ist kein technischer Vorgang staatlicher Verwaltung. Er ist eine gesellschaftliche Form. Im National Defense Authorization Act (NDAA) für das Haushaltsjahr 2026 autorisiert der US-Kongress Verteidigungsausgaben in Höhe von 901 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl ist nicht bloß ein Rekordwert. Sie ist Ausdruck einer Ordnung, die ihre eigenen Widersprüche nicht
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Wir haben keine Angst – wir sind die Generation, die aufwacht Die Gen Z, der Kapitalismus und die weltweiten Aufstände

In den Straßen von Kathmandu, Rabat, Lima und Nairobi lodern dieselben Feuer. Regierungsgebäude brennen, Präsidenten treten ab, und an den Frontlinien stehen nicht Parteien oder Gewerkschaften, sondern Jugendliche, geboren nach 1997 – die sogenannte Generation Z. Sie nennen sich nicht Revolutionäre, aber ihre Wut hat Struktur. Sie ist die soziale Antwort
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